Ein Musikfestival mit Kleinkind, geht das überhaupt?
Das Boom Festival ist ein internationales Musik- und Kulturfestival, welches nur alle zwei Jahre stattfindet. Es bietet neben Musik, Malerei, Skulpturen, Vorträgen, Workshops, Yogasessions und Meditation vieles mehr. Die Grundsätze liegen darin, den nachhaltigen Ethos weiterzuentwickeln und dies durch Zusammenarbeit, Gemeinschaft, Naturverbundenheit und Bewusstseinserweiterung zu fördern. Nachhaltigkeit zeigt sich auch in vielen Aspekten, so wird z.B. bei den Toiletten mit natürlichen Bakterien gearbeitet und das Abwasser durch Biotechnologie behandelt. Energie wird durch Solar und Windenergie gewonnen.
Es zieht ca. 20.000 Besucher aus über 80 Ländern an und damit fördert das Festival den internationalen Dialog über die Sprache hinaus.
Was das Festival für uns so einmalig macht, ist die angenehme, aber bunte Atmosphäre. Durch die vielen Workshops, Yoga Sessions, Diskussionsrunden zu den unterschiedlichsten Themen wie z.B. Tech, Spiritualität, Liebe, Verbundenheit usw. entsteht ein, wie wir finden, einmaliges Miteinander. Als Familie kann man bei vielen Sessions auch gemeinsam teilnehmen. Bei anderen sollte man sich koordinieren, wer wann für wie lange die Kinderbetreuung übernimmt.
Die ersten 3-4 Tage des 7-tägigen Festivals wird auf den Bühnen keine Musik gespielt. Die Zeit wird genutzt, um anzukommen und sich mit dem Gelände vertraut zu machen und mit den Menschen in Kontakt zu kommen. Auch die Lage des Boomlands direkt am See mit weitläufigen Liegemöglichkeiten ist wunderbar, um das Wetter zu genießen und sich abzukühlen. Gerade mit Kleinkind kann man so die Tage super am und im Wasser verbringen. Es fühlt sich dann weniger wie ein Festival an, sondern eher wie ein Strandurlaub in großer Community, die gemeinsam abhängt, Musik macht, quatscht, spielt und so weiter…
In der Nacht erleuchtet das Boomland in bunten Farben und beeindruckenden Lichtinstallationen. Die durch die Sonne vertrocknete Umgebung erwacht in der Dunkelheit so zu einem ganz neuen Gesicht und erhält einen neuen Glanz. Ein Spaziergang durch die Licht- und Klanginstallationen sind auch ohne Psychedelics ein Erlebnis für sich und ist ein unvergessliches Erlebnis.
Für Kleinkinder und Kinder gibt es eine extra Young Boom Visitor Area. Es ist so eine Art kleiner Ökospielplatz, auf denen sich die jüngsten Festivalbesucher tagsüber austoben können. Auch wird für die Kinder ab drei Jahren eine Betreuung beim Spielplatz angeboten. Es gibt ein kleines liebevolles Unterhaltungsprogramm, durch das auch die Kleinen in den Genuss ihrer eigenen Boom-Session kommen.
Das Thema Übernachtung ist natürlich ganz nach dem eigenen Komfortanspruch zu richten. Die Möglichkeiten reichen vom Schlafen im mitgebrachten Zelten, über zur Verfügung gestellten Starkpappkartonzelten, über geräumige Tipis bis hin zum eigenen Campervan.
Das Festival ist auf jeden Fall auf Familien eingerichtet: Schon als wir ankamen, wurden wir direkt von den Organisatoren angesprochen, dass wir sie gerne ansprechen könnten, sollten wir etwas für den Kleinen brauchen. Weiterhin gab es auch ein Festivalbändchen mit einer Nummer für unseren Sohn. Falls er also verloren ginge und jemand anderes ihn gefunden hätte, hätte man ihn anhand der Nummer und unserer hinterlegten Telefonnummer zu uns bringen können. Auch wenn das nicht der Fall war, ist es schön zu wissen, dass die Veranstalter auch an solche Kleinigkeiten gedacht haben, um die Boom Experience für die Eltern ein Stück angenehmer zu gestalten.
Unser Fazit ist daher, ein Besuch auf dem Boom Festival unter Berücksichtigung einiger Einschränkungen und Tipps ist auf jeden Fall machbar und ist es auch wert. Es muss beim ersten Mal ja nicht gleich die ganze Woche sein.
Hier sind unsere 7 Tipps für den Besuch des Boom Festivals mit Baby/ Kleinkind
- Mickymaus Ohren (Gehörschutz) für die Kleinen (Direkt neben der Mainstage schepperts schon ganz gut 😊)
- Sonnenschirm und Sonnenschutz stets ausreichend und immer dabei haben
- Empfehlung für die Übernachtung ist das Tipi oder ein Campervan für mehr Komfort (Planung frühzeitig berücksichtigen)
- Bei Ankunft gleich das Programmheft organisieren und schon mal überlegen, wer wann welche Session, Musik Act, Workshop anschauen möchte und die Kinderbetreuung abklären (Das Programm für die gesamte Zeit steht an diversen Programmtafeln) 😊
- Eine aufgeladene Powerbank mitnehmen, da die Lademöglichkeiten fürs Smartphone in Tipi & Co kaum vorhanden sind, im Campervan ist das kein Problem
- Ausreichend Lebensmittel, die sich auch ohne Kühlung halten, für sich und die Kleinen einplanen.
- Wer mit dem Campervan kommt: Unterlegkeile können bei der unebenen Fläche helfen
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