Lissabon bietet sehr viele Mittel zum Fortbewegen. Einige davon sollten und wollten wir am nächsten Tag nutzen. Die erste Strecke sollte mit der traditionellen und weltbekannten Straßenbahn zurückgelegt werden. Da dies auch das Ziel sehr vieler anderer Touristen ist und die Portugiesen die Bahn als ihre normale Straßenbahn nutzen, war es wie aus Berlin gewohnt sehr kuschelig in den einzelnen Waggons. Die Fahrt wirkt aber auch sehr familiär, die 20-30 Personen, die in diesem Waggon mitfahren, nehmen auf einander Rücksicht und sprechen miteinander – man kennt sich eben und wenn nicht, auch egal.
Wir durften unseren zusammen geklappten Buggy hinter dem Fahrer platzieren, der darauf achtete. Ältere Damen boten uns einen Platz an, damit wir mit unserem Sohn sitzen konnten. Sowieso galt die verzückte Aufmerksamt der älteren Damen unserem Sohn, der auf Portugiesisch immer wieder angesprochen wurde.
Vor dem Hintergrund der freundlichen Erfahrungen und des schönen „alten“ Gefühls, können wir die Fahrt mit der Straßenbahn sehr empfehlen.
Unsere nächste Fahrt sollte in einem Tuktuk (motorisiertes Dreirad) stattfinden, die stehen an jeder Ecke und die Fahrer bieten einem unterschiedlichen Strecken zu unterschiedlichen Preisen an. Wir wollten die Sehenswürdigkeiten Alfamas kennen lernen und nahmen deshalb eine mittlere Tour, die bei 50,-€ lag und 1,5 Stunden dauern sollte. Das Tuktuk fuhr Schrittgeschwindigkeit, da es für unseren Sohn keine Anschnallmöglichkeit gab und wir ihn auf unserem Schoß festhalten mussten.
Wir besuchten eine tolle Aussichtsplattform (Aussichtspunkt Miradouro da Graça), sahen beeindruckende Kirchen und genossen die offene Fahrt entlang der vielen schönen Gassen. Während unserer Selbsterkundung hatten wir selber auch schon einiges gesehen, weshalb sich die Punkte etwas doppelten, trotzdem nicht minder schön waren. Auch mit dem Tuktuk endete die Fahrt an der Aussichtsplattform (Miradouro Largo das Portas), die wir schon am Abend zuvor besucht hatten – zufrieden gingen wir für ein Mittagsschläfchen zurück in unser Apartment.
Wir empfehlen für eine Fahrt mit dem Tuktuk, dass auf jeden Fall über den Preis gesprochen wird, denn preislich geht da immer noch was runter.
Nach der erholsamen Pause hieß das nächste Ziel Christo Rei – Die Christusstatue liegt auf der anderen Seite des Flusses Tajo und wacht über Lissabon. Wahrscheinlich wäre eine Fahrt mit dem Taxi zwar schneller und auch teurer gewesen, weshalb wir die Anreise mit den öffentlichen Verkehrsmitteln wählten. Wir kamen bereits in den Feierabendverkehr und saßen mit vielen Portugiesen in Bus und Bahn. So waren wir auch die einzigen, die ausstiegen, um die Sehenswürdigkeit anzusteuern. Die Anfahrt mit dem Bus bedeutet gleichzeitig auch einen langen Fußmarsch von Bushaltestelle bis zur Statue und mit dem Buggy auf Grund der Beschaffenheit des Weges nicht zu 100% zu empfehlen. Unsere Kraxe hätte uns besser gefallen, war aber wiederum für Bahn und Bus unhandlich.
So oder so ist es der Weg zur Statue und der Ort Almada wert, ihn zu gehen. Mit einem Fahrstuhl und einem Eintrittsgeld von ca. 5,- wird man innerhalb weniger Minuten nach oben auf eine Plattform befördert und hat von dort aus nicht nur einen tollen Blick auf die Statue, sondern auch einen atemberaubenden Blick auf Lissabon und die Brücke des 25. April, die beide Seiten der Stadt verbindet.
Christo Rei wendet sich mit den ausgebreiteten Armen gen Lissabon. Sie steht auf einem 75 m hohem Sockel, dieser befindet sich selber 113 m über dem Tajo, so dass man wirklich einen Rundumblick erhält. Die Status selbst ist 28 m hoch und laut Reiseführer die siebthöchste Christusstatue der Welt.
Wir genossen die Aussicht bis die Aussichtsplattform geschlossen wurde und nahmen für den Rückweg den Bus und eine Fähre zurück auf die andere Seite des Tajo.
Wir waren in den Abendstunden da, was uns sehr gefiel, denn einerseits war es nicht mehr so heiß und andererseits auch nicht mehr so stark von Touristen frequentiert, ein kleiner Tipp für Interessierte. Den Buggy mussten wir an der Kasse lassen und durften ihn nicht mit nach oben nehmen, das sollte man bei der Besuchsplanung ggf. noch berücksichtigen.
Am nächsten Tag flanierten wir noch entspannt durch die Gassen, bevor es am Nachmittag zu den Indie Campers ging, um unser Wohnmobil abzuholen. 😊
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