Von Whanganui sollte es für uns weiter entlang der Küste gehen, um dem nächsten Ziel Waitomo näher zu kommen. Wieder nutzten wir die Vorzüge des Campers, fuhren ganz früh los und machten an einem schönen menschenleeren Strand Halt, um zu frühstücken und Zeit am Wasser zu verbringen. Der Strand in Oware war sehr faszinierend, da die Felsvorsprünge an der Küste zu einem großen Teil auch aus Lehm zu bestehen schienen. So wurde Wasser aus den Wänden herausgepresst, das wiederum für einen tollen Farbfilm an der Oberfläche sorgte. Nicht ganz ungefährlich, da es bereits einige Erdrutsche gegeben haben musste. Schilder wiesen darauf hin, dass man Fahrzeuge nicht zu nah an den „Klippenrand“ abstellen sollte. Wir gönnten uns noch eine schöne Zeit, um das Wasser und die Sonne zu genießen und unser Kleiner, um einen ausgiebigen Vormittagsschlaf bei frischer Luft zu halten.
Nach einer längeren Fahrtzeit und kurz vor Ende der Küstenstrecke hielten wir zum Mittagessen am Nachmittag an einer wunderschönen Bucht, die mit einem leeren Rastplatz lockte. Schnell war der Pavillion aufgebaut und ein leckeres Nudelgericht gekocht. Die Bucht bezauberte durch ihre weite Mündung ins Landesinnere und den Süßwasserfluss, der stetig ins Meer lief, während die Wellen ihn immer wieder überrollten. Ein schönes Schauspiel.
Roman genoss das kalte Nass im Meer, während unser Kleiner ein Bad in seiner Badewanne nahm, nachdem er den kleinen Fluss ausgiebig erkundet hatte. Danach konnte es entspannt und mit einem schlafenden Kind weiter ins Landesinnere gehen.
Die Glow Worm Caves in Waitomo waren unser Ziel für diesen Tag, diese hatte uns ein Schweizer Pärchen in Kaikoura empfohlen, so dass wir die Caves für unsere Rückreise noch kurzfristig einplanten. Leider durften keine Fotos gemacht werden. Denn, was wir sahen waren Höhlendecken voll mit wunderschön leuchtenden Glühwürmchen. Glühwürmchen gibt es in Neuseeland sehr viele, die Waitomo Caves sind allerdings bekannt für seine Population von Arachnocampa luminosa, eine Glühwürmchenart, die ausschließlich in Neuseeland gefunden wird. Die Infotafeln beschreiben, wie die Glühwürmchen bereits zum Ende des 19. Jahrhunderts eine Attraktion waren, damals nur für gut betuchte und meist weiße Menschen. Wobei die Glühwürmchen-Attraktion von einem Engländer und einem Maori gemeinsam geleitet wurde.
Unterirdisch legt man einen Weg zu Fuß und mit einem kleinen Boot zurück. Rutschfestes Schuhwerk und eine Bauchtrage sollten es schon sein, wenn das Baby mitkommt. Die Touren finden alle halbe Stunde statt und sollten im Vorfeld gebucht werden, zumindest in den neuseeländischen Sommerferien. Wir haben uns bewusst für eine Abendtour entschieden, damit wir nicht zur Hauptandrangszeit vor Ort sein mussten. Das war auch sehr hilfreich, besonders mit Baby, weil dann unterirdisch keine langen Wartezeiten entstanden und wir immer in Bewegung waren. Die Fahrt auf dem Boot findet in totaler Finsternis statt, lediglich die Glühwürmer leuchten an der Decke, das sollte man wissen. Unser Kleiner fand die plötzliche Dunkelheit nicht so gut und Babygeschrei in einer schwarzen Höhle erschreckt ganz schön. Bei uns half ein schnelles Stillen und alles war gut.
Von Waitomo nahmen wir noch eine Stunde Fahrt in Kauf, um nach Cambridge zu fahren. Dort übernachteten wir auf einem Parkplatz einer alten Baumschule, ein Privatanbieter, der auch über CamperMate gebucht werden konnte. Da Cambridge keine große Auswahl an Campingplätzen besitzt, war das eine tolle Alternative und würden wir jederzeit wieder machen.

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