„Besser nochmal vollmachen!“

Fahrer zur Beifahrerin: „Der Tank ist noch halb voll, meinst Du, das reicht noch für die nächsten 150km?
Beifahrerin: „Lass uns lieber noch mal tanken, sicher ist sicher.
Fahrer: „Ich denke es reicht, wir fahren weiter.“
Beifahrerin: „Wenn Du Dir sicher bist.“

Wer sollte wohl Recht behalten? 😉

Unser Weg führt uns vom Tongariro Nationalpark an die Ostküste Richtung Napier. Zunächst entlang des Lake Taupo und dann weiter den Highway 5 längs des malerischen Kaimanawa Forest Park und später durch den Kaweka Forest Park, welcher sich hügeliger darstellte als gedacht.  Auf der Strecke gibt es schöne Gelegenheiten, den Ausblick bei so genannten Lookouts zu genießen wie z.B. bei den Waipunga Wasserfällen oder bei kleinen Cafes/ Restaurants, wo man einen Pie oder Milchshake genießen kann.

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So glitten wir entspannt durch die Natur und machten hier und da ein paar Stopps. Die kurvigen Straßen und das ständige Hoch und Runter in den Bergen ließen ohnehin nur ein langsames Vorankommen zu. Nachdem wir bei einem kleinen Cafe angehalten hatten, um gestärkt die letzten 50 km bis nach Napier und unserem Ziel dem Waipathiki Beach zu fahren, stellten wir erstaunt fest, dass die Tanknadel schon im roten Bereich war. Von Taupo bis zu diesem Cafe hatten wir auch keine andere Tankstelle mehr gesehen, als diejenige, die den obenstehenden Dialog ausgelöst hatte. Durch die Berge hatte das Wohnmobil ganz schön an Diesel verbraucht und wir glaubten zu diesem Zeitpunkt noch, dass wir die letzten 50 km schaffen können.

Bei jedem Anstieg sank jedoch die Tanknadel weiter Richtung Null und man konnte förmlich zusehen, wie die letzten Liter Diesel aus dem Tank gesaugt wurden. Dazu kam schließlich minütlich ein Piepsignal und der Hinweis vom Wohnmobil „Warning – No fuel“. Zu diesem Zeitpunkt war uns klar, dass wir es wohl nicht mehr bis zum nächsten Ort über die Berge schaffen werden. Das Wohnmobil schien bereits an Drehmoment verloren zu haben und wir kamen nur noch langsam den Berg hoch, selbst Lastwagen überholten uns im Anstieg. Die Stimmung im Fahrerhaus fiel, der Ausblick konnte nicht mehr genossen werden, Fotos schießen machte keinen Spaß mehr und es wurde nur auf die nächste Kurve gelauert, ob sich dahinter wohl eine Tankstelle verbergen könnte, aber weit und breit war keine Tankstelle und auch keine Haus, um nach Hilfe fragen zu können.

Und auf einmal sahen wir ein liegen gebliebenes Fahrzeug auf der gegenüberliegenden Straßenseite und eine Art ADAC-Fahrzeug, was zur Unterstützung gekommen war. Unsere Rettung?
So kam es, dass wir am Straßenrand anhielten und nach Hilfe fragten. Der Techniker bestätigte unsere Vermutung, dass bis zur nächsten Ortschaft keine Tankstelle mehr kommen würde, und dass wir es mit dem verbleibenden Diesel im Tank nicht mehr schaffen würden. Da er keinen Dieselkanister mit an Board hatte, blieb nur noch die Möglichkeit aus seinem Tank Diesel auszulassen. Gesagt getan, holten wir unseren Putzeimer aus dem Wohnmobil der kurzerhand zu unserem Dieselkanister wurde. Unter dem Auto liegend zapfte der Techniker Diesel aus dem Tank seines Fahrzeugs in den Eimer (ca. 8l).

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Eine Cola-Flasche wurde durchgeschnitten und als Trichter umfunktioniert. Wir waren unserem Yellow Angel sehr dankbar, mit seiner Unterstützung konnten wir glücklicherweise unsere Fahrt sicher fortsetzen und bis zur nächsten Ortschaft weiterollen. Puh, Glück gehabt. Am Ende ist ja wieder alles gut gegangen.

Was haben wir daraus gelernt.

  1. Lieber noch mal volltanken, bevor man durch die Berge fährt.
  2. Das Wohnmobil verbraucht gefühlt doppelt so viel Diesel im Gebirge.
  3. Das Tankstellen-Netz auf der Strecke (Highway 5) Taupo und Napier ist quasi nicht vorhanden.
  4. Ein vollgetankter Kanister im Kofferraum ist auf jeden Fall ratsam.IMG_4518

 

 

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