Unser nächster Stopp sollte der Tongariro Nationalpark sein. Der Nationalpark beherbergt einige der schönsten Wanderwege der Nordinsel, die ein spektakuläres vulkanische Terrain erschließen. Der zentralste Campingplatz ist der Whakapapa Holiday Park, leider war er bei unserer Ankunft um die Mittagszeit bereits ausgebucht, weshalb wir an dieser Stelle immer empfehlen, sich bei solchen Touristen-Hotspots vorher etwas zu reservieren.

Unser Campingplatz war die Discovery Lodge, eine Alternative, die ok war, aber nicht vollends überzeugte. Unser Stopp galt aber ja den Wanderwegen und dem Durst nach tollen Naturpanoramen. Dieser Durst sollte auch gestillt werden: Uns wurde eine 4-6 Stündige Wanderung auch möglich mit Baby empfohlen, die von der Vielfalt der wechselnden Natur besonders sein sollte. Das Versprechen wurde gehalten. Wir wanderten durch satte Laubwälder, kahlen Steinbrocken und windgebeutelten Feldern. Ein sicheres Gefühl als Wanderlaien gaben uns die Top ausgelegten Wanderwege, die immer wiederkehrenden Wegweisungen mit Zeitangeben und Entfernungsangaben. Gerade mit Baby eine große Hilfe.
Da das Wetter in den Bergen sich jederzeit ändern kann, empfehlen wir gerade fürs Baby eine Zwiebellook-Taktik, denn vom eiskalten Wind bis zur der brennenden Sonne bei Windstille war alles dabei. Zum ersten Mal kam die Kraxe von Deuter zum Einsatz, die ihr Geld wirklich wert ist. Sie bietet den nötigen Schatten und eine tolle Aussicht für den Kleinen. Außerdem ist der Transport auf die lange Strecke rückenschonender.

Die Naturszenen auf diesem Wanderweg (Taranaki Falls) sind wirklich beeindruckend, ein Wasserfall lädt zum Pausieren ein und die Abwechslung zwischen den unterschiedlichen Bergseiten ist atemberaubend. Auch die immer mal wieder Mondlandschaftsähnlichen Szenen lassen verstehen, warum die Vulkane für die Bilder von Mordor in Peter Jacksons Herr der Ringe herhalten mussten.


Ein besonderes Highlight im Tongariro National Park ist das Tangariro Alpine Crossing, eine Wanderung von ca. 6-8 Stunden, einer Länge von 19,4 km und einem Anstieg von 750 m. Gerade in der Sommersaison (Nov.-April) ist das Alpine Crossing die mit Abstand beliebteste Wanderroute der Region. Innerhalb weniger Stunden klettert man über erstarrte Lavaflüsse, durchquert einen Kraterboden und soll wunderschöne smaragdgrüne Seen sehen. Man erklärte uns, dass die Wanderung mit Baby durchaus möglich sei, aber leider waren gerade während unserer Anwesenheit die Wetterbedingungen so extrem, dass vom Alpine Crossing abgeraten wurde.
Die vielen anderen Wandermöglichkeiten auf ausgewiesenen Wegen haben aber definitiv entschädigt und einen bleibenden Eindruck hinterlassen.
Nach unserer Erfahrung sollte man darauf ausgerichtet sein, stets eine Babytrage oder Kraxe dabei zu haben. Das Wandern mit Kinderwagen schien trotz gut ausgelegter Wanderwege nicht möglich. Die Gegend ist definitiv auch für Wanderlaien und Familien zu empfehlen.

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