Hammamet und maison d’hôtes – das tunesische Airbnb?

Unser Weg führte uns weiter südlich von Tunis nach Hammamet. Die Region um Hammamet ist wegen der naheliegenden kilometerlangen Sandstrände im Norden und Süden der Stadt bekannt und ist somit ein beliebtes Ziel für Touristen und zählt zu den meist besuchten Regionen des Landes. Ein Spaziergang durch die historische Medina (Altstadt) lohnt sich und ist zu empfehlen. Entsprechend der Jahreszeit kann es in den kleinen Gassen sicherlich sehr voll werden. Daher ist es ratsam, leicht bepackt den Besuch in der Medina zu gestalten.

Medina

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Nach dem wir das Kulturprogramm abgeschlossen hatten, ging es weiter zu unserem Maison d’hôtes. Freiübersetzt ein Fremdenzimmer für Gäste. Das Konzept ist vergleichbar mit Airbnb. Der Gast schläft in dem Haus des Besitzers und bezahlt dafür. Da es sich in der Regel um das Wohnhaus oder Wochenendhaus handelt, wirkt es sehr persönlich und man bekommt einen Eindruck, wie die Tunesier so leben.  Für uns als zwei junge Familien, war dieses Konzept sehr angenehm. Wir waren unter uns und bewohnten das Haus, wurden aber bekocht und auch sonst rundum sehr gut versorgt. So blieb mehr Zeit füreinander und für die Kids.

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Ohnehin sind nach unserer Erfahrung die Menschen in den ländlichen Gebieten Besuchern sehr offen. So wurden wir z.B. auf beim abendlichen Ausflug zum Sonnenuntergang von einem jungen Mann und seinen Schwestern zum Abendessen eingeladen. Er erzählte uns, dass er bald heiraten würde und nun das Haus für seine Frau fertig baut. Prompt wurden wir alle zum Abendessen eingeladen und bekamen eine kleine Führung durch die privaten Räume des Mannes. Während seine Schwestern auf eine günstige Gelegenheit warteten, uns die Babys vom Arm zu nehmen, um sie zu beschmusen, zeigte er uns Stolz seine drei Räume.

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Es war sehr interessant, alles war noch unter Plastikfolien, weil es bis zur Hochzeit noch neu und frisch bleiben sollte. Besonders das Schlafzimmer war ein Abbild der arabischen Kultur – so unsere Interpretation. Das Ehebett war komplett in Folie eingewickelt, genauso die Schränke und der Schminktisch. Es war ein kleines Schlaflager neben dem Bett aufgebaut, denn der Mann wohnte schon in dem Haus. Außerdem hing ein riesengroßes Herz aus roten LED-Lampen über dem Bett, das bereits leuchtete. Die Vorfreude auf die Hochzeit war offensichtlich sehr groß.

Für uns war dieser Abend sehr spannend und eine Bereicherung auf unserer Reise – wieder haben wir Menschen kennen gelernt und etwas von ihnen gelernt.

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